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Retentionsfläche
Retentionsfläche bezeichnet im Bereich des Wasserbaus, der Stadthydrologie und des naturnahen Garten- und Landschaftsbaus eine Fläche, die dazu dient, Niederschlags- oder Oberflächenwasser temporär aufzunehmen, zwischenzuspeichern und zeitlich verzögert wieder abzugeben oder versickern zu lassen.
Funktion und hydrologische Bedeutung
Retentionsflächen wirken als Puffer im natürlichen und künstlichen Wasserkreislauf. Sie nehmen Starkregenereignisse auf, reduzieren die Spitzenabflüsse in Kanalnetzen und Gewässern und mindern damit das Überschwemmungsrisiko in besiedelten Bereichen. Die Zwischenspeicherung erfolgt oberflächlich (Mulden, Teiche, Flutmulden) oder unterirdisch (Zisternen, Rigolen, Versickerungsbecken). Im Garten- und Landschaftsbau werden Retentionsflächen zunehmend als gestalterisches und ökologisches Element in private und öffentliche Außenanlagen integriert – etwa als bepflanzte Regenbeete, Wiesenmulden oder naturnahe Teichanlagen. Sie unterstützen gleichzeitig die Grundwasserneubildung und verbessern das lokale Mikroklima durch Verdunstungskühlung.
Bauliche und planerische Ausführung
Bei der Anlage von Retentionsflächen im Privatgarten oder auf öffentlichen Grundstücken sind Bodenbeschaffenheit, Geländetopografie und lokale Niederschlagsmengen maßgeblich. Lehmige oder verdichtete Böden erfordern häufig den Einsatz von Substratschichten oder technischen Versickerungssystemen (z. B. Kiesrigolen, Sickerschächte), während durchlässige Sandböden eine natürliche Versickerung begünstigen. Die Bepflanzung mit Stauden, Gräsern und Gehölzen, die Wechselfeuchte tolerieren – etwa Blutweiderich (Lythrum salicaria), Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) oder Erlen (Alnus spp.) – erhöht die ökologische Wertigkeit und stabilisiert die Bodenstruktur. Im Landschaftsbau wird die Bemessung nach dem Regenwasserbewirtschaftungskonzept der jeweiligen Gemeinde oder nach DIN 1986-100 vorgenommen.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Eine Retentionsfläche ist nicht identisch mit einem Regenrückhaltebecken, obwohl beide der Wasserrückhaltung dienen. Das Regenrückhaltebecken ist eine technische Anlage mit definiertem Fassungsvolumen und geregeltem Ablauf, während Retentionsflächen naturnaher gestaltet sein können und keine starre technische Infrastruktur voraussetzen. Ebenfalls abzugrenzen ist der Begriff von der Retentionszone im Hochwasserschutz, die gesetzlich ausgewiesene Überschwemmungsgebiete entlang von Gewässern bezeichnet. Im städtebaulichen Planungsrecht (BauGB, WHG) können Retentionsflächen als Festsetzung im Bebauungsplan verankert sein.
Relevanz im nachhaltigen Gartenbau
Im Kontext von Klimaresilienz und Schwammstadt-Konzepten gewinnen Retentionsflächen auch im privaten Gartenbau an Bedeutung. Betriebe wie OCHSENFARTH Gärtner von Eden aus Schalksmühle integrieren solche Flächen in die Gartenplanung, um Regenwasser sinnvoll zu nutzen, Trockenperioden abzupuffern und gleichzeitig die Biodiversität durch zonierte Feuchtbiotope zu fördern.