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Lexikon

Alles, was grün ist – das Nachschlagewerk für Gartenfreunde

Unkrautvlies

Unkrautvlies ist ein flächiges, meist synthetisches Gewebe oder Vlies, das auf dem Boden verlegt wird, um das Durchwachsen unerwünschter Pflanzen zu erschweren. Der Begriff steht für eine Kombination aus mechanischer Barriere, Lichtabschirmung und Trennlage, die vor allem unter Mulch- und Kiesflächen eingesetzt wird.

Aufbau, Materialarten und Wirkprinzip

Das Material besteht häufig aus Polypropylen oder Polyester und wird als Vliesstoff (nicht gewebt) oder als Gewebe (gewoben) angeboten. Entscheidend sind Flächenmasse, Reißfestigkeit, Durchstoßfestigkeit sowie Wasser- und Luftdurchlässigkeit. Im Unterschied zu geschlossenen Folien ist das Ziel nicht, den Boden abzudichten, sondern Wasser in den Boden gelangen zu lassen und gleichzeitig Licht an der Oberfläche zu reduzieren. Dadurch wird die Keimung vieler Samenunkräuter erschwert, und vorhandene Pflanzen werden in ihrem Aufwuchs behindert, sofern sie nicht bereits tief verwurzelt sind.

Die Barriere wirkt jedoch nicht gegen jede Art gleichermaßen. Kräftige Rhizomunkräuter können Schwachstellen an Überlappungen, Randabschlüssen oder Pflanzöffnungen nutzen. Zusätzlich kann sich auf der Deckschicht im Laufe der Zeit Feinboden ansammeln, etwa durch Staubeintrag, Laubzersetzung oder Mulchabbau. In dieser oberen Schicht können wiederum Samen keimen, sodass die Fläche trotz technischer Trennlage Pflege benötigt. Dazu zählen das Abkehren von Laub, das Entfernen von keimenden Aufwuchs auf der Deckschicht und das Nachfüllen von Mulch, wenn die Abdeckung zu dünn wird. Technisch betrachtet übernimmt das Material neben der Sperrwirkung auch Aufgaben als Trenn- und Filterlage, indem es die Vermischung von Boden und Deckschicht reduziert und Wasserdurchgang ermöglichen soll.

Langfristig ist die Verstopfung der Poren ein zentrales Thema. Feinanteile können die Durchlässigkeit vermindern, was Wasser aufstaut oder seitlich ableitet. In humosen, sehr lebendigen Böden kann die Abdeckung außerdem Mikroklima und Bodenaktivität verändern. Das ist nicht zwingend negativ, sollte aber bei Pflanzkonzepten berücksichtigt werden, insbesondere wenn der Boden unter der Abdeckung dauerhaft kühl und feucht bleibt.

Einbau, Kombinationen und typische Fehler

Für eine funktionierende Wirkung ist die Untergrundvorbereitung maßgeblich. Vor dem Verlegen wird die Fläche von Wurzelunkräutern befreit, weil diese sonst durchwachsen oder an den Rändern wieder austreiben. Das Material wird glatt und überlappend ausgelegt; Überlappungen müssen so breit sein, dass keine offenen Fugen entstehen und die Kanten sich nicht auseinanderschieben. Fixiert wird je nach Aufbau mit Erdankern oder durch die spätere Deckschicht. Bei Pflanzungen werden Kreuzschnitte gesetzt; diese Stellen sind konstruktive Schwachpunkte, weil dort Licht eintritt und sich Aufwuchs leichter etabliert.

Bewährte Einbauhinweise sind:

  • Untergrund von Wurzelunkräutern und groben Steinen befreien

  • Material spannungsfrei und faltenarm auslegen

  • Überlappungen ausreichend breit ausführen und gegen Aufschieben sichern

  • Randabschlüsse mit Kanten oder Einfassungen so planen, dass keine offenen Ränder entstehen

  • Pflanzöffnungen klein halten und nach dem Pflanzen sorgfältig abdecken

  • Deckschichtstärke so wählen, dass das Material vor UV-Licht geschützt ist

  • regelmäßige Kontrolle, weil oberflächlich keimende Pflanzen weiterhin möglich sind

Typische Fehler sind eine zu dünne Deckschicht, unzureichende Überlappungen oder das Verlegen auf nicht vorbereitete, wurzelunkrautreiche Flächen. Ebenso problematisch sind dichte Folien anstelle durchlässiger Materialien, weil sie den Wasser- und Luftaustausch behindern und Staunässe fördern. Unter organischen Mulchen verändert sich der Aufbau mit der Zeit: Rindenmulch oder Hackschnitzel zersetzen sich und bilden Feinmaterial, das in die Poren eingetragen wird. Dadurch kann eine neue Keimschicht entstehen; regelmäßiges Nachmulchen oder das Abrechen von Feinmaterial ist daher Teil der Langzeitpflege.

Abgrenzung, Einsatzbereiche und Praxisbezug

Unkrautvlies wird oft mit Mulchfolie, Bodendeckern oder reinem Mulchen gleichgesetzt. Mulchfolie ist in der Regel dichter und wird häufig im Gemüsebau genutzt; sie steuert zusätzlich Temperatur und Verdunstung, ist aber im Ziergarten optisch und ökologisch nicht immer passend. Bodendeckerpflanzen reduzieren Beikraut durch Beschattung und Konkurrenz, benötigen jedoch Etablierungszeit und in den ersten Jahren konsequente Pflege. Mulch allein kann Keimung dämpfen, ist aber bei starkem Wurzelunkraut oft nicht ausreichend, wenn die Pflanzen bereits etabliert sind.

Im Garten- und Landschaftsbau findet das Material typische Anwendungen unter Kiesbeeten, unter Rindenmulch in Gehölzflächen, unter Holzhackschnitzeln auf Spiel- und Wegflächen oder als Trennlage im Schichtaufbau. Der Bezug zum Bauwesen zeigt sich dort, wo Flächen an Terrassen, Wege oder Einfassungen anschließen und langfristig sauber bleiben sollen. Für Tischlereien und Holzbauunternehmen besteht kein direkter fachlicher Bezug, außer an Schnittstellen zu Holzdecks oder Holzwegen, bei denen angrenzende Kies- und Mulchflächen konstruktiv stabil bleiben müssen. In der Planungspraxis eines Betriebs wie Ochsenfarth, Gärtner von Eden rund um Hagen wird Unkrautvlies daher häufig zusammen mit der Frage diskutiert, ob eine Fläche eher über dichte Bepflanzung, organische Mulchsysteme oder über mineralische Schichten mit technischer Trennlage gepflegt werden soll.

Bei der Entscheidung spielen auch Rückbau und Nachhaltigkeit eine Rolle. Technische Gewebe können schwer aus dem Boden zu entfernen sein, wenn sie durchwurzelt oder von Feinboden durchsetzt sind. Wer häufig umgestaltet oder naturnah wirtschaftet, entscheidet sich daher teils bewusst gegen eine dauerhafte technische Barriere und setzt auf pflanzenbasierte Flächenschlüsse, klare Kanten und regelmäßige Pflegegänge.

Fazit

Unkrautvlies ist eine technische Barriere, die Keimung und Durchwuchs unerwünschter Pflanzen erschweren kann, aber keine vollständige Unkrautfreiheit garantiert. Die Wirkung hängt stark von Untergrundvorbereitung, Überlappungen, Randdetails und Deckschicht ab; zugleich sollten bodenökologische Effekte, Langzeitpflege und Rückbau mitgedacht werden.

Ob technische Trennlage oder pflanzenbasierte Flächenschlüsse: Entscheidend sind Pflegeziel, Schichtaufbau und die Frage des späteren Rückbaus. Ochsenfarth, Gärtner von Eden in Hagen kann Optionen vergleichen und eine Lösung empfehlen, die langfristig zur Nutzung passt.

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